Das schwarze Kanapee – Mit Jürgen Schmieder

By | 12. Oktober 2011

Fragen stellen war beim „Schwarzen Kanapee“ des CSU-Ortsverbandes ausdrücklich erwünscht. Und das ließen sich die zahlreichen Gäste nicht entgehen. Schließlich hatte mit Jürgen Schmieder der Autor des Buches „Du sollst nicht lügen! Von einem, der auszog ehrlich zu sein.“ auf dem Diskussionssofa Platz genommen.

Bürgermeister Franz Stahl als Moderator musste da zwischendurch gut aufpassen, denn Schmieder, im Hauptberuf als Journalist bei der „Süddeutschen Zeitung“ tätig, verfiel schnell in seine berufsgewohnte Fragerolle.

Jürgen Schmieder ist gebürtiger Tirschenreuther; Jahrgang 1979, verheiratet und hat einen Sohn. Wohnhaft in München, schwärmt er doch von Tirschenreuth. Klar, ist Tirschenreuth Provinz, aber dies meint er nicht abwertend sondern als Kompliment. Freundschaftliche und familiäre Bindungen tun ihr Übriges. Und die vielen Neuerungen, die das Gesicht der Kreisstadt in den letzten Jahren veränderten und noch verändern, sieht er als positive Entwicklungen. „Es ist schon wunderbar, wenn man sieht wie viele Leute sich bemühen Tirschenreuth schöner zu machen“, würdigte er die Arbeit der Verantwortlichen. Und wenn es beruflich möglich wäre, ohne seinen Arbeitsplatz wechseln zu müssen, würde er den Familienwohnsitz sofort von München nach Tirschenreuth verlegen. „Tirschenreuth ist unsere Heimat. Meine Frau und ich werden wohl keine Münchner!“

Als großes Thema des Abends stand natürlich sein Buch „Du sollst nicht lügen! Von einem, der auszog ehrlich zu sein.“ im Raum. Freilich wurden auch seine Bücher „Ich will in den Himmel oder als glückliche Kuh wiedergeboren werden: Vom demütigen Versuch, ein religiöser Mensch zu werden.“ und „Mein Bauch gehört mir!“ angesprochen. Doch reichte auf Grund der Fragestellungen die Zeit nicht mehr aus, näher darauf einzugehen. Viel mehr Interesse zeigte das Publikum an den praktischen Erfahrungen, die Schmieder mit seiner Ehrlichkeit gegenüber Familie, Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen erntete. Die Auswirkungen, so der Auto, seien noch jetzt nach Jahren spürbar. Manchmal auch etwas schmerzhaft.

Und doch, zeigte er sich überzeugt, die Welt kann durchaus mehr Ehrlichkeit vertragen. „Ehrlichkeit lohnt sich auf lange Sicht!“ Wobei auch schon die nächste Frage auftauchte, wie viel Lügen es denn eigentlich brauche. „Nicht zuviel, trotzdem, überall wo Öffentlichkeit im Spiel ist, wird gelogen.“ Die Frage, ob er denn dieses Buch noch einmal schreiben würde, bejahte der Autor nach längerem Zögern, allerdings wohl etwas anders. Die Erfahrungen hätten ihn gelehrt, manche Dinge anders anzugehen.

Sein nächstes Buch ist derweil schon in Planung. Dafür hat er sich die deutschen Gesetze vorgenommen. Auch hier will er wieder praktische Erfahrungen sammeln. 2012 ist dafür vorgesehen, denn schon 2013 soll das Buch erscheinen.

Bildunterschrift: Beim „Schwarzen Kanapee“ des CSU-Ortsverbandes stellte Franz Stahl mit Jürgen Schmieder den erfolgreichen Autor des Buches „Du sollst nicht lügen! Von einem, der auszog ehrlich zu sein.“ vor.

Zahlreiche Gäste nahmen die Gelegenheit beim Schopf, den einheimischen Autor und Journalisten persönlich kennen zu lernen.

Mit Kritik kann Jürgen Schmieder seinen Angaben zufolge „überhaupt nicht gut umgehen“. „Aber man wächst ja nur, wenn man kritisiert wird. Das ist aber schon hart“, zog er die Lehren aus seinen Erfahrungen.